"Deine Zeit wird nie kommen“

Feuilleton | Zeitreise: Gerhard Stöger | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Die Wiener Postpunkband Westblock veröffentlicht mit 30 Jahren Verspätung ihr erstes Album

Scheiße“, lautet das erste Wort des Albums. "Scheiße“ lautet auch das zweite, und das dritte ebenso. Es wird nicht gesungen, sondern zu minimalistischen Synthesizerklängen ausgespuckt. "Warum denn das alles?“, bellt der Sänger, und auch das wiederholt er dreimal. Ebenso die abschließende Erkenntnis: "Der Tod ist mir doch sicher!“

Die Band, in deren erstes Album wir hier hineingeraten sind, heißt Westblock. Und man merkt schnell: Frohnaturen sind das keine. "Pervers“ titelt eines ihrer minimalistischen und packenden Stücke, "Der Wahnsinn“ ein anderes, und hinter "Engel“ verbirgt sich mitnichten ein Liebeslied. "Du bist ein Engel des Untergangs“, heißt es da. "Deine Zeit wird nie kommen! Deine Zeit wird nie kommen!“

"Heiligenstadt“ entpuppt sich gar als ein Stück Brutalo-Katholizismus in der Düstere-Gestalten-der-Nacht Version: "Zuerst wird die Mutter getötet, dann wird


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