Mo Yan? Yo, Man!

Feuilleton | Würdigung: Susanne Weigelin-Schwiedrzik | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Literaturnobelpreisträger Mo Yan verleiht dem ländlichen China eine Stimme und schreibt gegen das Vergessen an

Das weiß ich nicht“, antwortete Mo Yan auf die Frage, ob er nun glücklich sei. Kurz davor war bekannt geworden, dass er den Literaturnobelpreis erhalten würde, und wenn man sich die Reaktionen auf die Entscheidung des Preiskomitees ansieht, kann man seine wortkarge Zurückhaltung gut nachempfinden.

Die offiziellen Medien in China sind voll des Lobes, wenn auch sehr darum bemüht, die in ihren Augen verspätete Anerkennung der modernen chinesischen Literatur nicht allzu offensichtlich für Partei und Staat zu vereinnahmen. Die Presse in den USA und Europa, besonders aber in Deutschland spricht hingegen vom "Staatsdichter“ Mo Yan und wiederholt damit die Vorwürfe des Künstlers Ai Weiwei und des Schriftstellers Liao Yiwu, die hinter der Entscheidung des Komitees eine Anbiederung an die Regierung der Volksrepublik China vermuten.

Der Wettbewerb chinesischer Autoren und Intellektueller


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