Buch der Stunde

Das gleißende Glück der Nervensägen

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Vor ziemlich genau 124 Jahren kam Kathleen Mansfield Beauchamp in Wellington zur Welt. Unter den zahlreichen Namen, die sie sich selbst gab, sollte sich Katherine Mansfield durchsetzen. Mansfield, die laut ihrer Biografin Claire Tomalin "zu Lebzeiten als Mensch wie als Schriftstellerin gleichermaßen unbeliebt“ war, war befreundet (und wahlweise überworfen) mit Virginia Woolf und D.H. Lawrence, in deren Kreisen sie verkehrte, nachdem sie 1908 endgültig nach Europa übersiedelt war.

Sie war bisexuell, bipolar, eine rechte Nervensäge und holte sich bei einem ihrer Geliebten einen lange Zeit undiagnostizierten Tripper, der in weiterer Folge dazu führte, dass sie, mit nur 34 Jahren, an Tuberkulose verstarb - so wie ihr Vorbild Tschechow, der ebenfalls nie einen Roman beenden sollte und den sie mit "The Child-Who-Was-Tired“ relativ dreist plagiiert hat.

Heute zählen Mansfields um 1920 herum entstandene Erzählungen aus den Bänden "Bliss“ und "The Garden Party“ zum Fixbestand des


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