Nüchtern betrachtet

Wie das US-Fernsehen meine Familie rettete

Feuilleton | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Es war ein Oktobersonntag, wie er sein soll. Die Herbstsonne machte einen Top-Job, man hatte noch einmal im Freien Bier getrunken und sich darüber hinaus durch moderate körperliche Betätigung auch noch zusätzlich ermüdet. Nun saß man auf dem Sofa, Borowski war am Ermitteln, und erste wohlwollende "Tatort“-Kommentare langten per SMS ein. Eigentlich perfekt. Nur: Ich habe jetzt keine Zeit für so was. Ich muss etwas erledigen. Es ist wichtig. Es geht um meine Familie. Ich finde, dass man Familie nicht den Konservativen überlassen darf und sich auch Kommunisten um die kohäsiven Kräfte des familialen Zusammenhalts kümmern müssen.

Der gemeinsame Fernsehabend, dem meine fortschrittsfrohe Familie schon immer den Vorzug vor dem konventionellen Mix aus Hausmusik und gutem Gespräch gegeben hatte, war schon vor Jahren in eine Krise geraten, als meine Tochter begann, die meisten "Tatorte“ außer Münster und eventuell noch Köln und Kiel abzusnobben. In das Vakuum, das so entstanden


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige