Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Benimmfibel für Großstadtmenschen (86)

Frau K. möchte wissen, ob es sehr ungut ist, die Handwerker bei sich zu Hause zu überwachen? Schließlich könnten sie ja etwas stehlen.

Offenbar hegen Sie bereits den Verdacht, Ihre Totalüberwachung könnte, wenn nicht gar sehr ungut, dann doch wenigstens ungut sein. Die Wahrheit: Sie ist abscheulich! Ihr Misstrauen, das Sie wohl mit "Vorsicht ist besser als Nachsicht“ rechtfertigen, macht unbescholtene Arbeiter zu potenziellen Verbrechern. Und entschuldigen Sie Ihr Verhalten bloß nicht damit, dass Sie Ihren Generalverdacht nicht aussprechen würden, während Sie jeden Handgriff mit Argusaugen beobachten, auf leisen Sohlen bis zur Toilette nachschleichen, lauschend hinter Türen lauern. Haben Sie gar absichtlich Beute ausgelegt - ein paar Geldscheine, oder Schmuckstücke - und freuen sich diebisch, wenn sich Ihr Verdacht bestätigt? Werte Frau K., Vertrauen tut nicht immer weh.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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