Krieg am Gartenzaun


Betrachtung: Birgit Wittstock
Stadtleben | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Der Albtraum vieler Hausbesitzer: Wohnbau am eigenen Zaun. Das bedeutet Bürgerinitiative!

Vogelgezwitscher zum Frühstück, Luft fast wie auf dem Land und üppiges Grün vor den Fenstern - welcher Wiener würde nicht gerne so wohnen? Gehört man zu den Glücklichen, die es tatsächlich so beschaulich haben, schmerzt es umso mehr, wenn sich daran etwas ändert. Wenn etwa ausgerechnet vor der eigenen Nase gebaut wird, die Schlagbohrerstakkati zum Alltagssoundtrack werden und der einstige Grüntraum zubetoniert wird. Äußerst schmerzlich gewiss, aber Schicksal vieler Stadtbewohner, eingedenk der circa 14.300 Baubewilligungen, die die Wiener Baupolizei im vergangenen Jahr erteilt hat.

Vor allem Haus- oder Wohnungseigentümer wurmt es, wenn in der Nachbarschaft gebaut wird, denn sie verlieren meist nicht nur die schöne Aussicht, häufig verliert auch ihre Immobilie an Wert. Wohnbau ist deshalb nicht nur aufgrund stadtplanerischer, umwelttechnischer und ökonomischer, sondern auch aufgrund sozialer

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