Theater  Kritiken

Skandal um Karo: Wiesn in der Scala

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

In München steht ein Hofbräuhaus, und Freudenhäuser müssen raus. Darum betreibt der Merkl-Franz sein Zuhältergeschäft direkt auf der Wiesn. Mit sanfter Aktualisierung und einem Alleinunterhalter (ganz groß: Leopold Selinger an der Elektroorgel!) bringt Peter M. Preissler das traurige Volksstück "Kasimir und Karoline“ auf die zum blau-weißen Festzelt verwandelte Bühne der Scala. Sandra Knoll überzeugt als Karoline, Florian Graf als nerdiger Eugen, und die falsche Fröhlichkeit des Oktoberfests in Zeiten der Wirtschaftskrise wird in all ihrer Erbärmlichkeit greifbar, ganz ohne Lederhosen oder Dirndln. Die bereits dritte Inszenierung des Horváth-Dramas in dieser Saison ist fast die beste, sicher aber die stimmigste.

Scala, Fr, Sa 19.45


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