Film  Neu im Kino

Patschenkino zu Leinwand "Friday Night Horror“

Lexikon | Ludmilla Dittrich | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Das Akronym MSPE steht für die fast bürgerlichen Namen Molti, Spotzl, Pichla und Eigi. Dank ihrer Kernkompetenz Partymachen, die in der Doku-Soap "Saturday Night Fever - So feiert Österreichs Jugend“ illustriert wird, sind die vier Burschen einem breiten Publikum bekannt geworden. Tanzend, pöbelnd, sexistisch, gleichzeitig unbeholfen mit einem unverwechselbaren Vollrausch-Schmäh haben sich die Partyhengste einen Namen gemacht und schaffen jetzt mit "Friday Night Horror“ den Sprung auf die große Leinwand.

Als Vorgeschmack auf das nahende Spukfest Halloween läuft nun die Horrorkomödie von Autorin und Regisseurin Barbara Gräftner ("Echte Wiener 2“) an, in der jedoch beträchtlich weniger Grusel als Komödie zu finden ist.

Die vier Protagonisten, MSPE, geben Versionen von sich selbst. Das tingelnde Discoquartett wird von ihrem geschäftstüchtigen Manager mit Tourettesyndrom, gespielt von Simon Schwarz, durch die Lande begleitet. Mit einem Routineauftritt im ländlichen Tanztempel ist es in dieser Nacht allerdings nicht getan, weil alles aus dem Ruder läuft. Genötigt von lüsternen Fans und verfolgt von wildgewordenen Friseurlehrlingen und einem Serienmörder, geraten die vier Burschen in Bedrängnis. Alle wollen ihnen an die Wäsche. Auch eine Gruppe Polizistinnen erweist sich ganz und gar nicht als Rettung in der Not.

Die absurde und trashige Low-Budget-Produktion ist bis ins Letzte radikal überzeichnet. Von Erektionshilfen über Crossdressing hin zur Hitler-Parodie schöpft die Geschichte aus dem unmissverständlichsten Humorrepertoire. Erstaunlich unverstellt kommen dabei Molti, Spotzl, Pichla und Eigi in ihrer spielerischen Leichtigkeit daher. Die SNF-Helden tun genau das, was sie am besten können: Vollgas Sprüche klopfen.

Ab Fr in den Kinos


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