Kein Abschied vom Kino

Viennale | Filmkritik: Gerhard Midding | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Alain Resnais will’s noch einmal wissen. Sein neuer Film "Vous n’avez encore rien vu“ ist ein Gipfeltreffen französischer Schauspielkunst

Hat der Zuschauer eine andere Wahl? Bleibt ihm der Spielraum, in der heiteren Trauerfeier, die in diesem Film begangen wird, etwas anderes zu sehen als das Vermächtnis seines Regisseurs? Immerhin hat Alain Resnais vor einigen Monaten seinen 90. Geburtstag gefeiert, in diesem Alter ist man versucht, sein Lebenswerk abzurunden, die alten Weggefährten ein letztes Mal zu versammeln. Resnais kann es gelassen hinnehmen, dass "Vous n’avez encore rien vu“ als ein Schlüsselfilm nicht ohne Koketterie betrachtet wird; er bereitet längst seinen nächsten Film vor, zum dritten Mal will er ein Stück von Alan Ayckbourn verfilmen.

Der Titel seines aktuellen Films - deutscher Verleihtitel: "Ihr werdet euch noch wundern“ - ist ja auch schon zukunftstrunken und neugierig genug, um keine bloße Reminiszenz erwarten zu lassen. Der Zuschauer hat mithin die


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