(Keine) Empfehlung

Keine Zeit für Humor: Schnipsel zu Jerry Lewis

Viennale | Drehly Robnik | aus FALTER 42/12 vom 17.10.2012

Wer in dieser Doku sitzt, bekommt mitgeteilt, dass er oder sie das zu Recht tut. Diverse durchwegs männliche Comedy-Promis - Eddie Murphy, Jerry Seinfeld, Chevy Chase, Alec Baldwin, Billy Crystal (Jim Carrey fehlt) - bekunden in zahllosen Talkinghead-Soundbites, dass der hier porträtierte Jerry Lewis urwichtig war und sie sich schon lange an ihn erinnern. Und Jerry zeigt in rezenten Bühnenshow-Clips, dass er Herrenwitze und seine alten Grimassen wiedererkennbar reproduzieren kann.

Dass Erinnerungsleistung ausgestellt wird, zumal bei einem, der seit 1931 Komiker ist und seine besten Filme vor 50 Jahren drehte, mag zur Jubiläumsviennale passen. Allein, Gregg Barons TV-Schnipseldoku "Method to the Madness of Jerry Lewis“ zieht blubbernd dahin: Weil der Ausschaltimpuls droht, ist nichts, so scheint’s, wert, es sich einmal anzuschauen, jeder Filmclip kurzgeschnitten, jeder sight gag mit Promiplaudern unterlegt. Immerhin wird Lewis’ Sounddesign erwähnt; Tarantinos und Spielbergs Wortspenden deuten an, dass über seinen Kinokomikstil einiges zu sagen wäre. Aber dazu hat die Zweistundendoku kaum Zeit, verweilt lieber bei Lewis als TV-Comedian (mit Dean Martin).

Dabei war Lewis, zeitweise Star/Regisseur/Autor/Producer grenzwertiger Komödien, grandioser Choreograf, Kolorist, Zeitbildner in Sachen Zerdehnung wie auch Diagnose modernen Lebens, das Spaltung durch Selbstführung heißt. Das ist hier zu erahnen - und (es sei denn, die Viennale zeigt was von ihm) nachzufühlen an "Cinderfella“ oder "The Nutty Professor“ auf DVD.

Künstlerhaus: So, 28.10, 23.30 +

Di, 6.11., 18.30 (OF)


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