Am Apparat  Telefonkolumne

Muss Sido Ihnen eine Urinprobe bringen, Herr Jarosch?

Politik | Interview: Nina Horaczek | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Am Samstag flogen Spucke und Fäuste auf dem Küniglberg. Nach der Sendung "Die große Chance“ krachten Jurymitglied Sido und "Chili“-Moderator Dominic Heinzl aneinander. Es wurde gespuckt und geschimpft und schließlich streckte Sidos Faust Klatschmoderator Heinzl zu Boden. Außerdem wurde Sido Cannabiskonsum im ORF-Zentrum vorgeworfen. Der Falter fragte Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft, ob die Streithanseln einander bald vor Gericht wiedersehen werden.

Ermitteln Sie gegen Sido, Herr Jarosch?

Wir ermitteln nur in wichtigen Fällen aufgrund von Medienberichten. In so einem Fall warten wir einmal ab, ob der Verletzte überhaupt Anzeige erstattet.

Zuerst soll bei diesem Streit gespuckt worden sein. Ist das nur grauslich oder auch strafbar?

Spucken fällt unter Ehrenbeleidigung, das ist kein Offizialdelikt sondern muss vom Beleidigten selbst verfolgt werden.

Ernster scheint der Schlag auf Heinzls Backe gewesen zu sei. Der soll ja jetzt noch eine rot-blaue Wange haben.

Das wäre dann Körperverletzung.

Was macht ein Gericht mit Streitbolden?

Grundsätzlich geht das in Richtung Diversion, aber nur wenn der Beschuldigte nicht schon Vorstrafen hat. Ich kenne Sidos Vorstrafenregister nicht. Möglich wäre ein außergerichtlicher Tatausgleich, wo die beiden unter Betreuung von Sozialarbeitern den Konflikt lösen müssen.

Sido wird von der Zeitung Österreich noch vorgeworfen, gekifft zu haben.

Dieser Verdacht wird ohne Zeugen schwer beweisbar sein. Prinzipiell verstößt Kiffen gegen Paragraf 27 Suchtmittelgesetz. Wer zum ersten Mal erwischt wird, dessen Verfahren ruht aber für eine Probezeit von zwei Jahren.

Muss Sido jetzt zur Urinprobe zu Ihnen?

Nein.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige