Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Arabische Künstler, israelisches Geld und ein Boykott in Wien

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Im Nahostkonflikt zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn wurde in Wien eine kleine Nebenfront eröffnet. Begonnen hat alles ganz harmlos. Im Jahr 2002 veranstaltete der Verein Vienna Acts das Salam.Orient-Festival, das seither jährlich stattfindet und Musiker und Theatergruppen aus dem arabischen Raum nach Wien bringt. Vienna-Acts-Initiator Norbert Ehrlich sagt, das Festival sei eine direkte Antwort auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 gewesen; im aufgeheizten Klima nach 9/11 wollte man die arabische Kultur positiv darstellen.

Die Veranstaltung hat sich gut entwickelt, im Vorjahr waren etwa nordafrikanische Rapper zu Gast, die die Hintergrundmusik zur Arabischen Revolution produziert hatten. Heuer soll ein tadschikisches Ensemble auftreten, dessen Musiker in Israel leben, weshalb die israelische Botschaft eine finanzielle Unterstützung zugesagt hat. Als das israelische Sponsoring bekannt wurde, sagten mehrere arabische Künstler ihre Teilnahme ab. Auch rund 25 in Österreich beheimatete arabische Vereine verurteilen die israelische Unterstützung; in einem offenen Brief argumentieren sie, dass die Künstler ihrer Karriere gefährden würden, wenn sie sich von israelischem Geld sponsern ließen.


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