Mediaforschung  Verführungskolumne

Seit wann haben die Wiener ihre eigenen Alpen, Frau Schödl?

Medien | Petra Sturm | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

In der heimischen Bergwelt ist jeder Gipfel benannt, jedes Massiv unverrückbar? Von wegen! Findige Tourismusmanager denken weiter. Seit 2006 gibt es die Bezeichnung Wiener Alpen. Sie benennt eine von sechs niederösterreichischen Tourismusregionen. Geschaffen wurde sie auf Initiative des Landes Niederösterreich.

Wiener Wochenendausflügler oder Pendler kennen die Tourismuskampagne vermutlich, die im Nahbereich von Verkehrseinrichtungen zu sehen ist: Auf Plakaten in S-Bahnen, Transparenten auf Autobahnbrücken und Infoscreens in U-Bahnen. Der Kampagnenslogan lautet "Auf-Leben“. "In seiner geografischen Dimension spielt er“, so Eva Schödl, Geschäftsführerin der Wiener Alpen in Niederösterreich Tourismus Gmbh, "auf die Höhe der Wiener Alpen an, ein Unterscheidungskriterium zu den übrigen Mitbewerbern rund um Wien.“

Sie sieht in den Wiener Alpen die "international kompatible Version zur Bezeichnung der Bergwelt im Süden von Wien“. Die griffige Kombination aus Wien und Alpen lässt sich außerhalb Österreichs besser vermarkten. Das Markendach hat sperrige Benennungen wie "Niederösterreich Süd alpin“ ersetzt und klingt zugegebenermaßen eine Spur geschmeidiger als "Wiener Hausberge“. Auch historisch belegt werden kann der Begriff, auf Nachfrage - zumindest in Volksmusikliteratur des 19. Jahrhunderts. Geografisch werden dem marketingmotivierten Pioniergeist nach wie vor Grenzen gesetzt. Auf Landkarten ist der geschützte touristische Markenbegriff - derzeit noch - nicht zu finden.


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