Der Künstler Herrmann über billige Provokationen und schwule Anliegen


Interview: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

:: Das Thema des Wiener Künstlers Matthias Herrmann (49) ist das Selbstporträt, sein Markenzeichen der erigierte Penis. Zuletzt entstanden Fotobücher ohne Phallus. Die Publikation "69“ (Printed Matter) behandelt die Bildwelt der Fluglinien in den 1960er-Jahren, "270 West 17th Street“ (Fotohof Edition) dokumentiert einen Aufenthalt in New York City. Hermann nimmt sowohl an der Wiener als auch an der Linzer Ausstellung über den nackten Mann teil.

Falter: Der Phallus ist Ihr Markenzeichen. Seit wann?

Matthias Herrmann: Diese Fotos sind seit Anfang der 1990er-Jahre entstanden. Damals bin ich nach Wien gekommen und war überrascht, wie wenig das Thema Schwulsein hier präsent war. Sogar die Schwulenkneipen waren unappetitlich.

Warum der Schwanz?

Herrmann: Die homoerotische Fotografie kannte damals nur hübsche, junge Kerle. Ich wollte den Körper in seiner Fragmentierung und Verletzlichkeit zeigen, auch den Schwanz als Symbol von Macht innerhalb des Bilds diskutieren. Am Anfang war nicht

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