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Feuilleton | Werkeinführung: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Die längste Dauererektion der Theatergeschichte: Paul Claudels "Der seidene Schuh“ im Schauspielhaus

Es waren zwei Königskinder, sie konnten zusammen nicht kommen. So ließe sich Paul Claudels Drama "Der seidene Schuh“ (1924) zusammenfassen. Das Stück, das von der unerfüllten Liebe zwischen Doña Proeza und Don Rodrigo erzählt, schildert diese allerdings etwas ausführlicher: Über vier Akte, 52 Szenen und fast 400 eng bedruckte Buchseiten zieht sich die Handlung des Dramas.

Auch mit seinen über 70 Rollen (darunter der Mond und ein Sternbild!) und den über die ganze Welt (inklusive Meere) verstreuten Schauplätzen sprengt das Stück die Dimensionen des Theaters. Entsprechend selten findet die "spanische Handlung in vier Tagen“ (Untertitel) auf die Spielpläne. Die letzte deutschsprachige Aufführung inszenierte Stefan Bachmann 2003 in Basel - ein mehr als acht Stunden langes Theaterfest.

Neun Jahre später wagt sich nun das kleine Wiener Schauspielhaus an das überdimensionale


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