Ohren auf  Sammelkritik: Neues aus der Welt des US-Indierock

Vom Lärm und von der Zärtlichkeit

Feuilleton | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Ich bin wegen der Beach Boys Musiker“ geworden, erklärte J Mascis von Dinosaur Jr. kürzlich. "Popmusiker! Dinosaur Jr. sind immer noch die Beach Boys in laut.“ Das ist ein wenig überzogen, aber ein tolles Bild. Und eines stimmt natürlich: Nirgendwo klingt krawallige Rockmusik so zärtlich wie bei dieser Band. Mit "I Bet on Sky“ (PIAS), dem dritten Album seit dem Comeback in Originalbesetzung, präsentiert sich die US-Indierocklegende in großer Form: Forsche Angriffslust geht Hand in Hand mit entspannter Lässigkeit, Aufregung mit Melancholie, Krach mit Pop. Es schadet eben doch nicht, wenn wüste Punks zu tollen Musikern heranwachsen.

The Pharmacy aus Seattle sind ebenfalls zu dritt, die Bassgitarre haben sie indierockuntypisch aber durch ein Klavier ersetzt. Knapp 30 Minuten dauern die 13 Lieder des vierten Albums "Stoned And Alone“ (Seayou); eher schlicht gehalten, dabei aber durchaus verspielt, reichern The Pharmacy Kiffer-Indiepop mit Garagenrock und Sixties-Surfsounds an.


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