Nüchtern betrachtet 

Erwerb und Verzehr von Speisen gehören getrennt

Feuilleton | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Ich muss gestehen, dem Greißlersterben seinerzeit als recht kaltherziger Zeitgenosse beigewohnt zu haben. Als in den 70er-Jahren die erste Löwa-Filiale in der Laxenburger Straße eröffnete, zog ein Windstoß der Modernisierung durch die an sich schon recht zugige Verkehrsachse, in der die Heilmittelwerke und die Schokoschnickschnack-Manufaktur Casali im olfaktorischen Dauerclinch lagen. Und was war das für ein internationalistisch-hedonistisches Gefunkel, als in Vösendorf ein Supermarkt namens Carrefour eröffnete! Das klang wie eine Synthese aus Carrera und Moulin Rouge und war in etwa genauso cool.

Bis heute mag ich Supermärkte und werde von fast fiebriger Neugier erfasst, wenn wo eine neue Filiale eröffnet. Leider geschah dies erst unlängst unter meinem Schlafzimmerfenster. Seither bin ich über die Anlieferungsrhythmen von Billa-Märkten, die sich über die späten Nacht- und frühen Morgenstunden ziehen und dem Schlaf bei geöffneten Fenstern in etwa so zuträglich sind wie


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