Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Benimmfibel für Großstadtmenschen (87)

Herr G. fragt, ob er es den anderen Fahrgästen zumuten darf, nach dem Joggen verschwitzt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren?

Ihre Rücksichtnahme in Ehren, doch scheinen Sie zu vergessen, dass öffentliche Verkehrmittel ein besonderer Hort des üblen Geruchs sind. Natürlich muss man diese olfaktorische Umweltverschmutzung nicht mutwillig auf den Gipfel treiben, indem man seinen Mitmenschen zu Fleiß absichtlich stinkt. In Ihrem Fall ist das Stinken aber sowieso völlig gerechtfertigt: zum einen handelt es sich um frischen Schweiß, nicht um abgestandenen, ungewaschenen Mief, wie ihn so mancher Fahrgast an den Tag legt. Zum anderen scheinen Ihnen Ihre postsportlichen Ausdünstungen unangenehm zu sein, also werden Sie vermutlich nicht mit freien Achseln Ihre Mitfahrer belästigen, sondern - im Gegenteil - stets versuchen, möglichst wenig Wind um sich zu machen.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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