Die lange Nacht der Nacht

Reportage: Ulla Ebner | Stadtleben | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Über Wachen und Schlafen: von denen die arbeiten, während wir im Bett liegen - oder Party machen

In Spitälern, Sozialeinrichtungen und Versorgungsstationen; in lauten Großraumdiskotheken, Fabriken, in Taxis, Redaktionen oder am Würstelstand: Laut Statistik Austria verrichten 767.900 Menschen in Österreich Nachtarbeit, 270.800 davon regelmäßig. Unsere Autorin war eine Nacht lang unterwegs und hat ein paar von ihnen getroffen.

23 Uhr, Naschmarkt:

"Bei Vollmond, da haben alle einen leichten Spinner“, sagt Marcel Mungenast, 34. Da sind die Kunden ungeduldiger und machen auch mehr Dreck. Da kann er gleich doppelt so viel Senf wegwischen und Servietten vom Boden aufklauben wie sonst. Zwei- bis dreimal die Woche arbeitet er beim Naschmarkt Wurst Stadl. Von 17 Uhr bis fünf Uhr früh. Bewusst ausgesucht hat sich Mungenast die Nachtschicht nicht. Es war halt der Job, den er bekam, als er einen brauchte. Es ist nicht immer alles so einfach für ihn gelaufen im Leben.

Doch die Arbeitszeiten

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