Die Sache mit dem Hakenkreuz


Recherche: Birgit Wittstock
Stadtleben | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Zeigen die Bodenabläufe wirklich Verbotenes, oder sehen die Leute Nazigespenster?

Was sehen Sie?“, fragt der Arzt. "Einen Kanaldeckel?“, fragt die Autorin dieses Textes zurück. Ehe er "noch etwas?“ aussprechen kann, sticht es ihr förmlich ins Auge: "Ein Hakenkreuz!“ Der Militärarzt nickt, dann erzählt er von seinen Patienten, traumatisierten Veteranen des Zweiten Weltkriegs. Auch ihnen hat er das Foto des gusseisernen Kanaldeckels gezeigt; schneller als der Schuss aus einem Repetiergewehr kam aus den Mündern der meisten "Hakenkreuz“.

Das Foto hatte Falter-Leserin Aušra Malinauskaitė per E-Mail geschickt. Ihr war besagter Deckel bei der Straßenbahnstation Dr.-Karl-Renner-Ring aufgefallen, wo sie, wie sie feststellte, in beiden Fahrtrichtungen montiert sind. "Tag für Tag gehen tausende Menschen an diesem Symbol vorbei und es speichert sich - wenn auch unbewusst - in deren Köpfen ab“, schrieb Malinauskaitė, die mehr über die Geschichte der Kanaldeckel wissen möchte.

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