Ohne Moss nix los

Falters Zoo | Wolfgang Kralicek, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 43/12 vom 24.10.2012

Die letzte verbliebene Aktive der einstmaligen Topmodel-Riege, Kate Moss, war in Wien, um im hiesigen Kunsthistorischen Museum eine Kampagne für Vivienne Westwood, den letzten verbliebenen Modepunk, eine Kampagne zu fotografieren. Also vor der Kamera. Sowas schmückt natürlich so ein Museum. Tags drauf, als dort Westwood herself mit Gatten Andreas Kronthaler die Eröffnung der Wiener Westwood-Dependance von Gregor Pirouzi mit einer Modenschau feierte, die tatsächlich nicht nur ein Modeschäuchen war, hatte Frau Moss schon wieder Besseres zu Hause in London zu tun. Egal. Die Show war fast wie in London oder Paris und sowas sind wir hier ja gar nicht gewohnt. Und wir freuen uns schon drauf, wenn die Damen der Gesellschaft demnächst in Westwood zum Opernball gehen. Von Christiane Hörbiger, unserem Lieblingsballgast 2012, erwarten wir das fast.

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Penisse. Oder heißt die Mehrzahl von Penis Penes? Egal. Jedenfalls haben sie ganz schön viele davon ins Leopold Museum gestopft, weshalb in Folge am Eröffnungsabend der Ausstellung auch sehr viele Menschen durch das Museum stapften. Es geht schließlich nichts über Marketing. Gleich nebenan eröffnete Nicolaus Schafhausen, neuer Direktor der Kunsthalle, eine Ausstellung über den Australo-Briten Leigh Bowery und dessen Extravaganzen: reichlich mit Pailletten bestickte Kostüme, bizarre Videos und jede Menge Körpersäfte. Eine Zumutung, aber eine gute. Lokalprominenz spazierte im durchgeknallten Bowery-Style durch die Ausstellung, darunter auch Rhinoplastiker Andy Reiter und Dutzi Bullard-Ijsenhower, die auch den anschließenden Eröffnungs-Bash im Club U bestritten. Gekommen waren übrigens auch der australische Botschafter und Nicola Bowery, Witwe des Performers, Modemachers und Clubbetreibers aus den argen 1980ern. Die Frau hat eine ganze Menge Pailletten zu verwalten.

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Fiva und das Phantom Orchester waren wieder einmal in Wien zu Besuch; die Rapperin und Musikerin mit dem bürgerlichen Namen Nina Sonnenberg (Sido heißt ja bürgerlich auch ganz anders, nämlich Paul Würdig) gastierte in der Szene Wien - und wenn Heterofrauen beschließen, eine Musikerin "heiraten“ zu wollen, dann muss da irgendwie schon was dran sein. So selten ist Frau Sonnenberg ohnehin nicht in unserem schönen Städtchen - die auch fürs ZDF tätige MC ist schließlich ebenfalls bei FM4 unter Vertrag.

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Nein, Julian Assange persönlich war am Wochenende nicht im Brut. Der Mann hat strikten Hausarrest und darf die ecuadorianische Botschaft von London nicht verlassen. Stattdessen war Angela Richters lässige Doku-Performance "Assassinate Assange“ zu sehen, für die die Berliner Regisseurin stundenlange Gespräche mit dem Wikileaks-Gründer geführt hatte. Im Publikumsgespräch verriet Frau Richter dann noch, welche zwei Fragen ihr in fast jedem Interview zum Stück gestellt wurden. Erstens: "Könnten Sie mir vielleicht einen Kontakt zu Assange verschaffen?“ (Nein, kann sie nicht.) Und zweitens: "Fanden Sie Assange attraktiv?“ (Nein, sie hat nicht mit ihm geschlafen.)

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Übrigens: Über die unschöne und total unwürdige (wer hat jetzt aufgepasst?!) Affäre am Küniglberg wollen wir keine Worte verlieren. Nur so viel: Deine Mutter ist eine Fuhre. Äh: Furie!

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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