Seinesgleichen geschieht

Felix Baumgartner und die Oligarchisierung Österreichs

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Superstar Felix Baumgartner weiß, wie es geht. Er brachte die Nation dazu, tagelang von nichts anderem zu reden als von seinem Unternehmen, sich aus der Stratosphäre zur Erde fallen zu lassen. Zuerst brachte Baumgartner das Weltvolk zum Glotzen ("Zwei Milliarden sahen Felix springen“, Krone, 16.10.). Dann machte er auch die Kinnladen des Staatsvolks fallen, indem er zu ihm politisch sprach. Der Extremsportler i.R. stellt sich nämlich, sagte er vor kurzem, als Lösung unserer Probleme eine gemäßigte Diktatur vor, mit Leuten aus der Wirtschaft an der Spitze, "die sich wirklich auskennen“. Das Beispiel Arnold Schwarzenegger habe hinlänglich gezeigt, dass man in einer Demokratie nichts bewegen könne.

Vermutlich ist Baumgartner durch seinen Psychologen auf solche Ideen gebracht worden. Er hielt es nämlich in seinem Raumanzug nicht aus (zu heiß), also riet ihm der Psychologe, sich vorzustellen, er würde nie mehr aus diesem Anzug herauskommen. Herrn Baumgartners Gefühl für Demokratie


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