Meinesgleichen

Grenzenlose Schutzmarken: Hugo heißt jetzt Österreich

Falter & Meinung | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Die Firma Prada, war einem Bericht des Gratisblatts Heute zu entnehmen, drohte der Wiener Lederbrieftaschenmanufaktur Bradac mit einer Klage, weil diese versucht hatte, ihre Taschen unter ihrem Namen beim Patentamt zu registrieren. Die Wiener Firma ließ es nicht auf einen Rechtsstreit ankommen und verzichtete auf die patentrechtliche Anmeldung. Im Gegenzug soll Prada ihr gestattet haben, weiterhin ihren Namen zu führen. Vor kurzem machte sich die Modefirma Hugo Boss damit wichtig, ein harmloses Getränk auf Hollersaftbasis zu verbieten, dem arglose Wiener Restaurateure den Namen Hugo gegeben hatten. Als wäre zu befürchten, dass jemand ein Sakko gegen den Durst bestelle oder gar eine Hose über den Durst trinke.

Die Markenwelt scheint nicht mehr zu wissen, wann es genug ist. Man kann die Sucht, das Geltungsgebiet der eigenen Duftmarke auszudehnen und juristisch abzusichern, mit kommerziellen Interessen erklären und mit der Notwendigkeit, den Gewinn zu steigern. Auch Nationen lassen sich "branden“, wie der Fachausdruck lautet. Dafür sind eigene Agenturen zuständig, die den eingeschüchterten Politikern das nötige Selbstbewusstsein versprechen. Auch über Österreich schwebt bereits ein rauchendes Brandeisen. Obacht, Brander! Maßnahmen des Hauses Fellner sind zu erwarten. Sollte sich Österreich auf dem Patentamt registrieren lassen wollen, wird es wohl mit einer Unterlassungsklage der gleichnamigen Zeitung rechnen müssen.


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