Ein Spekulant und Missionar

Porträt: Robert Misik | Politik | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Glaubt man den Umfragen, kann Mitt Romney Barack Obama schlagen. An dem konservativen Herausforderer selbst kann das nicht liegen

Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass Mitt Romney der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird. Und das alleine ist erstaunlich genug.

Denn der 65-jährige Mitt Romney ist, nüchtern betrachtet, ein völlig unmöglicher Kandidat. Seine Partei hasst ihn. Die Republikaner sind in den vergangenen Jahren zu einer ultrarechten Partei geworden, die sich praktisch in Geiselhaft von Extremisten befindet - der radikalen Tea-Party-Bewegung und einer Parteibasis, die an die heilsamen Wirkungen des freien Marktes glaubt, die jeden Hauch von Liberalismus als Teufelszeug verdammt. "Der lupenreine Konservativismus, der von der Republikanischen Partei Besitz ergriffen hat, passt so überhaupt nicht zu Romneys Persönlichkeit, zu seinem Charakter und seiner Geschichte, dass seine Kandidatur geradezu bizarr erscheint“, schreibt der Autor und Pulitzer-Preisträger Russell

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