Das Warten auf den Kronzeugen


Bericht: Florian Klenk
Politik | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Die Korruptionsstaats-anwaltschaft robbt sich im Fall Grasser zu einer Teilanklage vor. Sie hofft auf Geständnisse

Ein Gerücht schwirrt um die Stadt. Und niemand will es bestätigen. Manfred Ainedter, Verteidiger von Karl-Heinz Grasser, sagt, die Geschichte sei bloß eine "unausrottbare Ente“. Auch ein Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft versichert, an dem Gerücht sei nichts dran, "aber es wäre schön, wenn es wahr wäre“. Und Richard Soyer, der Strafverteidiger, dementiert es ebenso wie der Betroffene des Gerüchts: Horst Pöchhacker.

Der Grandseigneur der Wiener Baubranche bestreitet, sich bei der Staatsanwaltschaft Wien als Kronzeuge im Fall Grasser angedient zu haben. Am Rande des Korruptions-U-Ausschusses wollen Politiker davon gehört haben. Doch ein Kronzeugenstatus wäre schon rein rechtlich nicht möglich. Er käme zu spät, da die Behörden schon einiges gegen ihn zusammengetragen haben.

Pöchhacker, ehemaliger Boss des Baukonzerns Porr, heute ÖBB-Aufsichtsratspräsident

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