Der strahlende Fluch der Geschichte

Politik | Rezension: Franz Kössler | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Ein Buch über den Ort Tschernobyl zeigt die Reaktorkatastrophe als letzten Teil einer geheimnisvollen Folge von Tod und Vernichtung

Als eines Morgens im April 1986 die Schweden eine radioaktive Wolke über Stockholm registrierten, ihren Ursprung zurück zu einem sowjetischen Atomkraftwerk verfolgten und Alarm schlugen, stürmten die Moskauer Korrespondenten zunächst zu ihren Landkarten. Kaum einer von uns hatte vorher schon einmal von Tschernobyl, einer vergessenen ukrainischen Kleinstadt, gehört. Seither hat Tschernobyl globale Bekanntheit erlangt als Schauplatz der bisher schwersten Nuklearkatastrophe.

Den Raum zwischen Vergessenheit und Bekanntheit der Stadt vernetzt der italienische Autor Francesco M. Cataluccio, ein Experte für polnisch-ukrainische Geschichte, in einer faszinierenden Reportage mit historischen und literarischen Bezügen. Sie ist jetzt in der ausgezeichneten Übersetzung von Sigrid Vagt auch auf Deutsch zu lesen.

Ausgehend von einer skurril anmutenden Bustour durch


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