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Bücher, entstaubt

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Die Yakuza versteckt sich nicht

Weil Keishu Tanaka Kontakte zur Yakuza nachgewiesen wurden, musste er vergangene Woche - nach nur einem Monat Amtszeit - als japanischer Justizminister zurücktreten. Die Yakuza, die japanische Variante der Mafia, ist fester Bestandteil der Gesellschaft. Der US-Journalist Jake Adelstein hat als Polizeireporter für Yomiuri Shimbun, die auflagenstärkste Zeitung der Welt, gearbeitet und ein Aufdeckerbuch über Japans organisierte Kriminalität geschrieben.

Die Yakuza versteckt sich nicht, sie hat offizielle Büros, und ihre 80.000 Mitglieder, die sich in der Tradition der Samurais wähnen, haben Visitenkarten; eine Mafia-Mitgliedschaft ist in Japan nicht strafbar.

Die Yakuza mordet und kooperiert eng mit der Polizei, sie kontrolliert den Frauen- und Drogenhandel und besticht im großen Stil Politiker. Als Adelsteins Buch veröffentlicht wurde, erhielt er Morddrohungen, er lebt nun im Untergrund.

Jake Adelstein: Tokyo Voice, an American Reporter on the Police Beat in Japan. 2009, Pantheon, 352 S., ab € 15,-


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