Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Am Sonntagabend tauchte wieder einmal die Frage auf: Pizza mit oder ohne "Tatort“? Diese Frage lässt sich in der Regel rasch beantworten, denn es stellt sich schon nach wenigen Minuten heraus, ob es was wird mit den deutschen Kommissaren. In "Tatort - Ein neues Leben“ war rasch klar: diesmal nicht. Lag es am hölzernen Auftritt der Schauspieler? Oder an der hanebüchenen Story eines lesbischen Gaunerpärchens, das sich an den Spendengeldern eines Tierschutzvereins bereichert?

Wieder einmal musste die TV-Serie "Homeland“, die derzeit im US-Fernsehen läuft, als Ersatz herhalten. Zwei Minuten mit der komplett übersteuerten, abgründig kaputten CIA-Agentin Carrie Mathison, gespielt von Claire Danes, stellten das gesamte "Tatort“-Kommissariat in den Schatten. Spannung bedeutet hier seelische Verwundung, Funktionsstörung, Trauma. "Homeland“ ist wie Pizza Regina Margherita, frisch aus dem Holzofen, der "Tatort“ Tiefkühlkost.


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