Agent Provocateur

Feuilleton | Clubbesuch: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Ganz schöne Zumutung: Die Kunsthalle Wien widmet dem australischen Performancekünstler und Club-Aktionisten Leigh Bowery eine Schau

Er versuche, in seine Performances so viel Sex, Gewalt und Körperflüssigkeiten wie möglich einzubeziehen, meinte Leigh Bowery einmal. Gepisst, gekotzt oder darmgespült wurde dabei nicht in schicken Galerien, sondern im Club. Londons Clubkultur der 1980er-Jahre war der Platz, an dem der schrille Australier zur Kunstfigur wurde. Den Club im Sinn hatten die Macher der Leigh-Bowery-Schau "Xtravaganza“ in der Kunsthalle Wien: Mit lauter Musik, quirlig und ein wenig düster präsentiert sich die Ausstellung über das bewegte Leben eines Mannes, dessen Einflüsse - zum Beispiel auf den Modezirkus - bis heute anhalten.

Dabei war Leigh Bowery (1961-1994) kein Modedesigner. Auch keine Dragqueen, die weibliche Attribute doof übersteigert. Er war Performancekünstler, Modell, Clubbetreiber und Popstar, ein Jongleur der Gender-Irritation. Vor allem war er ein Provokateur,


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