Stadtrand 

Vom Wintereinbruch und Zeitbanditen

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Okay, Winter ist. Das muss man jetzt irgendwie schlucken. Lustig aber, dass der Kälteeinbruch am vergangenen Wochenende just mit einem weiteren Winterevent einherging: der Zeitumstellung. Das miese Wetter kam nämlich pünktlich mit der Winterzeit.

Früher, also vor etwa 15, 20 Jahren, war das Zurückdrehen der Uhr noch ein echtes Happening. Das Volk wurde schon eine Woche davor Schritt für Schritt darauf vorbereitet, die Kinder waren aufgeregt. Massenhaft mussten Uhren richtiggestellt werden, es waren schließlich die Hochzeiten der Armband-, Stand-, Taschen-, Bahnhofsuhren und was es noch so alles gab - von Handydisplays keine Rede. Sicher gab es damals eine spezielle Zeitverdreher-Einsatztruppe für die Uhren im öffentlichen Raum. Der technische Fortschritt muss also auch in diesem Bereich für zig Arbeitslose gesorgt haben. Heutzutage bekommt man ja gar nicht mehr mit, wenn an den Uhren gedreht wird. Geschieht alles vollautomatisch. Die ersten Zeitdiebstähle im großen Stil werden sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.


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