Held der Stunde

Steiermark | Porträt: Hermann Götz | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Claudius Körber könnte den Nestroy-Publikumspreis bekommen. Das wäre sehr okay

Viktor Bodó gilt als schwierig. Jedes kleine Rädchen spielt in den Inszenierungen des ungarischen Ausnahmeregisseurs eine große Rolle - eine größere meist als die Schauspieler, die Bodós Bilderflut eher zu Marionetten seiner versponnenen Fantasie macht. Doch ausgerechnet in seiner Kafka-Dramatisierung "Amerika“ hatte Claudius Körber, der 30-jährige Senkrechtstarter des Grazer Ensembles, seinen bislang vielleicht schönsten Auftritt - freilich ohne dabei viele seiner Qualitäten auszuspielen: Allein die starke Präsenz seiner an sich blassen, verträumten und zerbrechlichen Erscheinung machte ihn zur Idealbesetzung des Kafka-Helden.

Dabei hat Körber in Graz, seit er 2007 das Reinhardt-Seminar verließ, bereits mehr Riesenrollen bekommen als so mancher Mime in seinem ganzen Leben: 2009/10 gab er den Macbeth, in der Saison darauf Hamlet und Peer Gynt, 2011/12 folgte die Titelrolle in "Don Carlos“.


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