Filmmusik ohne Film: Konstantin Gropper alias Get Well Soon im Gespräch

Lexikon | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Dass der deutsche Bombastpopmusiker Konstantin Gropper, 30, mit seiner Band Get Well Soon zur Viennale-Zeit in Wien gastiert, ist zwar Zufall, passt aber genau: Sein aktuelles Album "The Scarlet Beast O’ Seven Heads“ ist eine Hommage an das Kino.

Falter: Filme bilden den Background für Ihre neue Platte. Ist es ein Konzeptalbum?

Konstantin Gropper: Das wäre ein bisschen viel gesagt. Aber es ist schon mein Film-Album geworden. Ich habe mich beim Schreiben stark an Filmen und Filmmusiken orientiert und versucht, daraus etwas Neues zu basteln. Dieses Collagieren war ja immer schon ein bisschen mein Stil, Filmmusik war stets ein Einfluss - diesmal war es eben der Haupteinfluss.

Kann man jedem Song einen Film zuordnen?

Gropper: Ja, zumindest einem Genre. Vieles bezieht sich auf B-Pictures, italienische Krimis und Horrorfilme aus den 70er-Jahren. Es gibt aber auch Bezüge zu Karl-May- oder Disney-Filmen, zu Hitchcock und Kubrick. Es sind insgesamt eher seltsame, abseitige Filme.

Schauen Sie lieber alte Filme?

Gropper: Das kann man so nicht sagen. Aber ich fand den Sound der alten Filme spannender. Ich habe auch versucht, so einen alten Sound hinzubekommen. Es sollte schlechter klingen, als es sein könnte. Weil der Sound auch schon viel von diesem Gefühl ausmacht, das ich da meine.

Sie haben in letzter Zeit viel Filmmusik komponiert. Hat Sie das inspiriert?

Gropper: Kann schon sein, dass das Album eine Reaktion darauf ist, dass ich da immer Musik zu bestehenden Bildern machen musste. Vielleicht wollte ich jetzt mal ein Album aufnehmen, zu dem erst noch ein Film gemacht werden müsste.

Und wie würde ein solcher Film aussehen?

Gropper: Das wäre wohl eine wilde Mischung aus Western-, Sandalen-, Horror- und Kriminalfilm.

Farbe oder Schwarzweiß?

Gropper: Farbe. Technicolor!

Interview: W. Kralicek

Arena, Di 20.00


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