Kritiken

Eine Komödie als viel zu langer Herrenwitz

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 44/12 vom 31.10.2012

Die wenig bekannte Komödie "Die Heirat“ (1833, uraufgeführt erst 1842) von Nikolai Gogol erinnert an einen viel zu langen Herrenwitz. Kotschkarjow will seinen Freund Podkoljessin mit Agafja Tichonowna verkuppeln, hauptsächlich um der Heiratsvermittlerin Fjokla Iwanowna eins auszuwischen. Als die Braut bereit ist und drei Nebenbuhler verjagt sind, entflieht der Bräutigam in spe durchs Fenster, und Fjokla Iwanowna lacht Kotschkarjow aus. Dazwischen ist es nur ein bisschen lustiger. Nach einer exzellenten Eröffnungssequenz vermag leider selbst die aufwendige Inszenierung von Bruno Max in der Scala - erst ein Büro, dann eine Wohnung aus Sowjetzeiten, beide mutmaßlich um 1975, zu viel Klamauk (Sich-in-Kästen-Verstecken!) und Aktionismus (brennender Sektkübel) - daran wenig zu retten.

Scala, Fr, Sa, Di-Do 19.45 (bis 17.11.)


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