Waren bei der Geburt der Erde dabei: die Meteoriten des Naturhistorischen Museums

Lexikon | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Der Mars fiel in Marokko vom Himmel. Am 18. Juli 2011 schlugen in einem Tal im Süden Marokkos mehrere Meteoriten von dem Roten Planeten auf. Einer der seltenen Marsmeteoriten des Tissint wurde vom Naturhistorischen Museum Wien gekauft und ist ab Mitte November im neu eröffneten Meteoritensaal zu sehen.

Die Neugestaltung der Schauräume der Meteoritenforschung ist das Vorzeigeprojekt des Direktors Christian Köberl. Der Wissenschaftler war Professor für Impaktforschung und planetare Geologie, ehe er 2009 in das Naturgeschichtemuseum kam.

"Für einen Laien ist aber nicht auf Anhieb ersichtlich, worum es hier geht und warum die Stücke so interessant sind“, sagte Köberl damals und versprach, die Objekte dem Publikum zeitgemäß zu vermitteln.

Das neue Konzept beinhaltet den historischen Kern des Meteoritensaals, der aus Pultvitrinen mit Glasaufsätzen besteht. Der Eisenmeteorit Hraschina gilt als Gründungsmeteorit der Wiener Sammlung. Die 1751 bei Zagreb in Kroatien gefallene Eisenmasse wurde nach Wien gebracht und in der kaiserlichen Schatzkammer aufbewahrt. 1778 wurde der Meteorit von dort in das Naturalien-Cabinet transferiert.

Aufgrund der Forschungen mit Meteoriten von Karl Franz Anton von Schreibers (1775-1852) und seinen Nachfolgern wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts die Wiener Sammlung zur weltweit größten. Gleichzeitig damit wurde die Wiener Sammlung mit ihren Kustoden zu einem der Zentren der neu entstandenen wissenschaftlichen Meteoritenkunde.

Alle bisherigen Wandvitrinen werden durch neue Medienstationen ersetzt, die Spezialthemen wie den Meteoriteneinschlägen und der Entstehung des Sonnensystems gewidmet sind. Dem neuen Prunkstück der Sammlung, dem Tissint, wird ein eigenes Altärchen errichtet.

Die Metallbrocken sind unansehnlich, was aber ist dann ihr Reiz? Sie sind so alt, dass sie dabei waren, als die Erde geboren wurde. Die Altersangabe versetzt den Besucher in Staunen: 4,5 Milliarden Jahre.

matthias dusini

Naturhistorisches Museum, Eröffnung: Di 19.00


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