Theater  Kritiken

Ein Regisseur als Gott, die Bibel als Komödie

Lexikon | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Rainer Frieb und Ronald Kuste

Jay steht hier für Jahwe, also den Gott aus dem Alten Testament. Ungefähr so allmächtig und ungerecht geriert sich dann auch der zynische Regie-Gott Mr. Jay aus dem Stück "Die Goldberg-Variationen“, in dem George Tabori die Bibel als Backstage-Comedy erzählt. Gemeinsam mit seinem Assistenten Goldberg, einem sarkastischen Auschwitz-Überlebenden, arbeitet Mr. Jay an einer Dramatisierung der Heiligen Schrift, von Adam und Eva bis zur Passion Christi. 21 Jahre nach der Uraufführung, die Tabori selbst im Akademietheater inszenierte, wird eines seiner besten Stücke nun im Volkstheater gegeben. In Stephan Bruckmeiers Low-Budget-Produktion (gespielt wird auf der Vorbühne) mit Rainer Frieb als Mr. Jay und Ronald Kuste als Goldberg zünden zwar nicht alle Pointen, Tabori wieder mal aus der Schublade zu holen war dennoch eine gute Idee. WK

Volkstheater, Mo, Do 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige