Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Die letzte Zeile der letzte Woche erschienenen "Nachrichten aus dem Inneren“ (die kein Mensch so nennt) - in Zukunft der Ökonomie wegen mit dem gut memorierbaren Akronym "Nadidkmsn“ bezeichnet - lautete: "Motten sind eine tolle Wahl - fürs nächste Mal.“ Daran will ich mich schon alleine deswegen halten, weil a) niemand damit gerechnet hat und sich b) mit solchem Selbstreflexionslarifari gut Zeilen schinden lassen.

Anlass, die Motte ins Spiel zu bringen, war übrigens nicht, wie ein wohlgesonnener Leser meinte, post-barocke Vergänglichkeitsemblematik (quasi: Memento Motte!), sondern kruder Realismus. Bei der erwähnten donnerstäglichen Redaktionssitzung, in der Christopher Wurmdobler das Thema der nächsten Nadidkmsn zu antizipieren können glaubte, näherte sich eine solche auf durchaus dreiste Art einem weiblichen Haupt, das taktvollerweise unidentifiziert bleiben soll, um der Trägerin ungerechtfertigte Spottmetonymien wie "Müslikopf“ zu ersparen. Das Tier wurde von Florian Klenk postwendend erschlagen, wobei die Ritterlichkeit dieses Tuns meines Erachtens nicht gebührend geschätzt ward.

Dass der Mottenmagnet Müsli für die Präsenz des genannten Tieres verantwortlich ist, darf als durchaus wahrscheinlich gelten. Das Stadtleben-Zimmer ist voll mit dem Zeug: Berge von "Müslitraum“ und "Crunchy Dinkel“ lagern dort zwischen harten Alkoholika und Hightech-Fitnessgeräten für Beckenbodengymnastik. Mit dem Müsli wird die Motte schon fertigwerden.

KLAUS NÜCHTERN


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