Kolumne Außenpolitik

Von Italien lernen: Unternehmer sind nicht die besseren Politiker

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Italien ist ein Land der Extreme.Manche politischen Phänomene wirken von außen gesehen exzentrisch und skurril. Sie sind aber nicht so fremd, wie man glauben möchte. Oft verweisen sie auf Widersprüche, die hier krasser und deutlicher auftreten, die in gemilderter Form auch in anderen europäischen Gesellschaften am Werk sind und die Demokratie aushöhlen. Man kann aus der italienischen Entwicklung auch Lehren in eigener Sache ziehen.

Zum Beispiel kann man lernen, dass Unternehmer nicht die besseren Politiker sind. Vor 20 Jahren versank die erste Republik in einem Sumpf illegaler Parteienfinanzierungen. Die unabhängigen Staatsanwälte der Mani pulite, der sauberen Hände, ließen hunderte korrupte Politiker einsperren.

Dann versprach ein milliardenschwerer Unternehmer, das Land zu sanieren. Er hatte bis dahin selbst im Schatten der Parteien agiert und sich ein immenses Vermögen geschaffen. Jetzt versprach er, die Wirtschaft vom Einfluss der korrupten Parteien und von Steuern und Vorschriften


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