Abgängig mitten im ersten Bezirk

Update: Joseph Gepp | Politik | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Vor fünf Jahren verschwand Aeryn Gillern aus einer Schwulensauna. Seine Mutter kämpft bis heute um Aufklärung

Am Abend des 29. Oktober 2007, es war kühl und regnerisch draußen, kam ein nackter Mann aus der Wiener Schwulensauna Kaiserbründl gelaufen. Er rannte durch die Gassen der Innenstadt und wurde beim Stubentor zum letzten Mal gesehen. Seitdem fehlt jede Spur von Aeryn Gillern.

Der Fall des US-Amerikaners und Uno-Mitarbeiters, damals 34, ist einer der rätselhaftesten der vergangenen Jahre. Die Polizei behauptet steif und fest, er habe durch einen Sprung in den Donaukanal Selbstmord begangen. Kathy Gilleran, die Mutter des Verschwundenen, wirft den Beamten vor, Hinweise auf ein mögliches Verbrechen übergangen zu haben. Selbst eine pensionierte Polizistin, kämpft Gilleran (die ihren Namen in der irischen Urform noch immer mit "a“ schreibt) für Aufklärung. Die heimischen Beamten hätten "homophob, ignorant und desinteressiert“ gehandelt, sagt die Mutter.

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