Gelesen Bücher, kurz besprochen

Apokalyptische Reiter des Hungers

Politik | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Lassen die Industriestaaten den armen Teil der Welt verhungern? In seinem neuesten Buch stellt Jean Ziegler, aktuell Vizepräsident des beratenden Ausschusses des Uno-Menschenrechtrats, die Feinde des Rechts auf Nahrung an den Pranger. Zu den Schuldigen am Hunger in der Welt gesellen sich für den Schweizer Autor "Tigerhaie“ (Nahrungsmittelspekulanten), "Geier des grünen Goldes“ (Biospriterzeuger) und "apokalyptische Reiter des Hungers“ (WTO, IWF und die Weltbank), aber auch die für Nahrungs- und Landwirtschaftsagenden zuständigen Uno-Institutionen FAO und WFP.

Acht Jahre war der erklärte Kapitalismuskritiker Ziegler als Uno-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung für die Food and Agricultural Organization unterwegs. Reportagehaft geschilderte persönliche Erlebnisse aus dieser Tätigkeit, die Einzelschicksale hungernder Bauern und wissenschaftliche Fakten wechseln einander ab in seiner Streitschrift gegen den Hungertod in der Dritten Welt. Das Werk ist im typischen Ziegler-Stil ein wortreicher Kampf gegen die Profitgier transkontinentaler Privatkonzerne und den fortschreitenden Landraub - und es ist unendlich beschämend für die sogenannte Erste Welt. Petra sturm

Jean Ziegler: Wir lassen sie verhungern. Bertelsmann, 319 S., € 20,60


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