Spuren der braunen Moderne

Feuilleton | Rezension: Erich Klein | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Kinos, Häuser, Schulen: Ein Künstlerbuch dokumentiert die alltäglichen Bauten der NS-Zeit. Wozu eigentlich?

Hundertsiebenundfünfzig Quadratkilometer Leerraum: Der Truppenübungsplatz (Tüpl) Allentsteig im Herzen des Waldviertels ist einer der größten Europas. In größter Eile unmittelbar nach dem "Anschluss“ 1938 "als Aufmarschgelände für die zum Einmarsch in die Tschechoslowakei bereitstehenden Truppen“ beschlossen, organisierte die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft die Beseitigung von 42 Ortschaften.

Das Vorhaben beschäftigt bis heute die Gemüter. Auf dem renaturierten, seit dem Jahr 1957 im Besitz der Republik befindlichen Terrain forschten in den letzten Jahren Biologen. Der Regisseur Michael Haneke drehte Teile von "Wolfszeit“ in der apokalyptisch anmutenden Gegend, der US-Schriftsteller Norman Mailer erging sich 2007 in "Das Schloss im Wald“ in kitschigen Tiraden gegen den "Ahnengau des Führers“; Hitlers Vater stammte aus dem dort gelegenen Dorf Strones.

Erst jüngst


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