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Kurz besprochen: Kluge Köpfe schreiben über Geist und Seele

Feuilleton | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Schüchternheit

Florian Werner: Schüchtern. Bekenntnis zu einer unterschätzten Eigenschaft, Nagel & Kimche, 176 S., € 18,40

Schüchternheit gilt derzeit nicht gerade als soziales Statussymbol. In bester Montaigne’scher Manier mischt Florian Werner intime Selbstbetrachtungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Literaturzitaten. Scharf verurteilt er die zunehmende Pathologisierung eines Charakterzugs nach dem Motto "Diagnose: Sozialangst - Lösung: Antidepressiva“. Werner, unter anderem Texter der Gruppe Fön, schreibt ganz offen über seine Scheu vor öffentlichen Auftritten und seine Erfahrungen mit Frauen. Bei allem Talent zur alten psychologischen Tugend der Introspektion verfügt er darüber hinaus zum Glück auch über Selbstironie: Vielleicht sei er ja gar nicht schüchtern sondern werfe sich nur in Pose, weil "sich die Bekenntnisse eines Schüchternen besser verkaufen als, sagen wir, die Bekenntnisse eines arroganten Arschlochs“. Und weil das wichtigtuerische "größer,


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