Buch der Stunde

Rituale statt Ritalin, Bücher statt Bildschock

Feuilleton | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Dieses Buch wendet sich nicht nur an Eltern und Lehrer und liefert eine profunde Analyse dessen, woran die gegenwärtige Medienkonsumkultur krankt. Der Philosoph Christoph Türcke begibt sich zurück zu den Wurzeln aller Kultur und schlägt ein neues Unterrichtsfach vor, das aufmerksamkeitsgestörten Kindern - denn solche gibt es tatsächlich immer häufiger - helfen soll, die basalen Kulturtechniken zu lernen. Und das sind nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern auch die Fähigkeit, Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten, Zusammenhänge zu erfassen, Regeln einzuhalten und die Aufmerksamkeit zu fokussieren.

ADHS, das Akronym für das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom, sei, so der Autor, nur ein Hilfswort für etwas Unverstandenes. Um dieses zu erhellen, wendet sich Türcke, der an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig lehrt und zuletzt mit einer "Philosophie des Traums“ (2008) hervortrat, sich den Anfängen unserer Kultur zu. Am Beginn der menschlichen


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