Ohren auf Sammelkritik: Urban Music, von Disco bis Rap

Manchmal muss es Hip-Hop sein

Feuilleton | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Rapper haben es auch nicht leicht. Heute schaffen es nur noch einige wenige Stars, wirklich Alben zu verkaufen. Das liegt zum Teil auch daran, dass das Genre in den letzten Jahren kreativ vor sich hinsiechte. Die gar nicht so üble Folge ist, dass junge schwarze Männer heute nicht mehr automatisch im Hip-Hop ihr Glück suchen.

Der Londoner Newcomer Tyson etwa ist zwar mit Rap und Dancehall im Ohr aufgewachsen, macht selber aber High-Energy-Sound zwischen Synthiepop und Italo Disco, wie er Mitte der 1980er angesagt war. Sein erstes Album "Die on the Dancefloor“ (Universal) klingt, als würde Disco-Gott Sylvester zur Musik von Bronski Beat singen - schrill und toll also. Man könnte darin ein Vergnügen mit kurzer Halbwertszeit vermuten, hätte Tyson nicht auch erstaunlich starke Hooklines parat.

Manchmal aber muss es doch Hip-Hop sein. Dann nämlich, wenn ein junger Künstler mit einer Vision und einer Botschaft ordentlich auf den Putz haut. Auftritt Kendrick Lamar, der aus Compton in L.A.


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