"Buben lernen nicht, in sich hineinzuhören“

Stadtleben | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Total von der Rolle: Der Sozialwissenschaftler Michael Drogand-Strud findet, dass auch Buben Prinzessinnen sein dürfen - wenn sie wollen

Interview: Sibylle Hamann

Buben sind arm dran. Sie sind schlechter in der Schule als Mädchen, bleiben öfter sitzen, sind verhaltensauffällig. Heißt es. Der deutsche Sozialwissenschaftler Michael Drogand-Strud gilt als ein Pionier in Sachen "Jungenarbeit“ und erklärt, weshalb die Buben stärker gefördert werden müssen.

Herr Drogand-Strud, stimmen die Klischees von den "armen Buben“?

Michael Drogand-Strud: Es ist gar nichts Neues. Seit den 60er-Jahren haben Buben schlechtere Noten als Mädchen. Aber damals spielte das keine Rolle, denn es gab eine gesellschaftliche Übereinkunft, dass Mädchen für höhere Bildung ohnehin nicht vorgesehen sind. Da hat es gereicht zu sagen: Buben sind Buben, die sind halt wilder, macht nichts.

Heute ist das anders?

Drogand: Seit es Koedukation gibt, kann man Buben und Mädchen direkt vergleichen. Seit Pisa haben wir


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