Unten statt oben

Stadtleben | Lokalkritik: Florian Holzer | aus FALTER 45/12 vom 07.11.2012

Im Hochhaus in der Herrengasse gibt’s wieder ein Café. Und das ist nicht egal

Ja, da ganz oben, im 15. und 16. Stockwerk des Hochhauses, steht dieses vollverglaste, zweistöckige Café immer noch. Mit Terrasse. Mit elektrisch zu öffnender Kuppel. Das großartigste Lokal im Wien der 1930er-Jahre, das auch heute noch der schiere Wahnsinn wäre (oder heute wieder, weil in den frühen Jahren stieß das Café nicht auf so große Begeisterung). Ob es jetzt zu Wohnungen umgebaut wurde, wie das Wien-Museum in einer hervorragenden Dokumentation behauptet, oder nicht, ist schwer zu sagen, die Informationen sind da recht widersprüchlich.

Dort oben ist das neue "Unger und Klein im Hochhaus“ jedenfalls nicht, nein, es befindet sich im Eingangsbereich in einer kreisrunden Glasvitrine. Die beherbergte zwar nach dem Krieg und bis in die 1950er-Jahre schon einmal ein "Espresso Milchbar Hochhaus“, widmete sich sonst aber hauptsächlich der Verwendung als statische Stütze und Ausstellungsraum. Und


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