Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Beim alljährlichen Ganslessen der Redaktion, das längst zum Gewohnheitsrecht geworden ist (arbeitsrechtlich nennt man so etwas eine "Betriebsübung“), gibt es immer eine verhaltensauffällige Minderheit, die auf den Verzehr des namensgebenden Tieres verzichtet und sich mit Blaukraut und Knödel bescheidet. Man nennt solche Menschen auch Beilagenesser oder Vegetarier. Nina Horaczek gehört zu ihnen. Jahrelang ist das außer den Kollegen, die beim Ganslessen am Tisch von Horaczek saßen, niemandem aufgefallen, weil Horaczek um ihre Ernährungsschrulle kein großes Gedöns machte. Jetzt aber hat Horaczek Aufwind bekommen. Beilagenessen gilt auf einmal als angesagt, trendy und cool - quasi das, was Koksen in den Eighties war.

Christopher Wurmdobler ist auch eher so beilagenmäßig drauf. Martini oder Leopoldi, das war dem Piefke vom Bodensee bislang einerlei. Nun aber hat er eine Ansichtskarte der Müllverbrennungsanlage Spittelau mit Prittstift auf enzianblaues Naturpapier geklebt und sich so einen schönen Umschlag für sein Heimatkundeheft gebastelt. Erster Eintrag: Leopoldi. Die Früchte von Wurmdoblers Austriaca-Crashkurs kann man auf Seite 38 aufklauben. Die Lesefrüchte, die Isa Grossmann und Marianne Schreck eingebracht haben, finden sich auf Seite 35. Allen anderen gegenüber drängt das düstere Duo ja unerbittlich auf verlässlich frühzeitige Freitagsabgabe, bloß wenn die Kinderbuchseite an der Reihe ist, lassen Grossmann & Schreck die Zügel schleifen und Manitu einen guten Mann sein. Mit uns können sie’s ja machen!


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