Glosse

Roths Beschwerden: Philip kriegt den Füller nicht mehr hoch

Dienstschluss

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Zuletzt lieferte er höchst verlässlich jedes Jahr ein meist eher schmales, mitunter gewichtiges, zumindest aber lesenswertes Buch ab. Nun hat er genug. Seine Protagonisten greifen zu Viagra, wenn das Stehvermögen im fortgeschrittenen Alter nachlässt, beim großen Saubartl der US-Literatur aber herrscht tote Hose - zero libido.

Er habe einfach keine Lust mehr, sich mit schlechten Geschichten abzugeben, verriet Philip Roth dem französischen Magazin Les Inrockuptibles im Interview. Einen Frührentner wird man den bald 80-Jährigen kaum nennen können. Sollte er allerdings so alt werden wie sein soeben verstorbener Landsmann, der Komponist Elliott Carter, stehen ihm noch 23 Pensionsjahre ins Haus. Gebt dem Mann also endlich den Literaturnobelpreis, er hat jetzt Zeit genug, um die 930.000 Euro auf den Schädel zu hauen.


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