Kolumne  

US-Wahl II: Mit Obama wird Amerika ein Stück europäischer

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Deutschland hat mit seinem Vizekanzler Philipp Rösler ein Regierungsmitglied mit Wurzeln in Vietnam. Rotterdam wird erfolgreich von Ahmed Aboutaleb geführt, einem aus Marokko eingewanderten ersten islamischen Bürgermeister der Niederlande. Österreich kann immerhin Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou als griechische Migrantin in der Spitzenpolitik vorweisen.

Ein Präsident wie Barack Obama, Sohn eines afrikanischen Einwanderers, ist in Europa schwer vorstellbar. Amerika hat dank der Bürgerrechtsbewegung und vieler Jahre Minderheitenförderung zu einem besseren Umgang mit der multikulturellen Realität gefunden als der alte Kontinent.

US-Präsident Obama durchbrach die gläserne Decke für Minderheiten der ganzen Welt vor vier Jahren. Aber 2008 war in den USA eine Ausnahmesituation. Die verheerenden Bush-Jahre hatten zu einem übermächtigen Wunsch nach Veränderung geführt. Erst Obamas Wiederwahl verfestigt den Durchbruch zur Normalität. Rein weiße Männerklubs an der Spitze


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