"Jetzt werden wir ein ordentliches Österreich bauen“

Politik | Gespräch: Wolfgang Zwander | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Der Gewerkschafter und Bankmanager Heinz Kienzl, 90, über den Austrosozialismus und das österreichische Wirtschaftswunder

Heinz Kienzl hat mit 90 Jahren ein biblisches Alter erreicht, was ihn überhaupt nicht daran hindert, frisch und frei von jüngst erlebten Wanderungen und vom Bergsteigen zu erzählen. Und natürlich auch von seinem Lebensprojekt: der Sozialpartnerschaft.

Falter: Herr Kienzl, warum hat Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg ein Wirtschaftswunder erlebt?

Heinz Kienzl: 1945 hatten wir eine katastrophale Situation im Land. Wichtig war damals vor allem, dass die Österreicher fleißig, sparsam und diszipliniert waren und voll der Hoffnung, aus diesem Elend wieder herauszukommen. Die Amerikaner haben uns sehr stark geholfen, die segensreiche Wirkung des Marshallplans wird bis heute unterschätzt. In den 1960er-Jahren hieß es dann bereits, Österreich sei auf der Überholspur.

Wie konnte aus einem kriegsbeschädigten Land innerhalb weniger Jahre eine Konjunkturlokomotive werden?


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