Wenn der Schiedsrichter zum Teil der Mannschaft wird

Politik | Rezension: Barbara Blaha | aus FALTER 46/12 vom 14.11.2012

Die Finanzkrise zeigt den großen Einfluss der Ratingagenturen. Ein Buch beschreibt nun, wie in dieser mächtigen Branche gearbeitet wird

Spätestens mit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise ist die Bedeutung von Ratingagenturen weiten Teilen der Bevölkerung klar geworden. Doch wie Ratings erstellt werden, wer die Agenturen beauftragt und in wessen Interesse sie handeln, bleibt in der aufgeregten Berichterstattung oft unerwähnt. Korruptionsforscher Werner Rügemer beschreibt in seinem jüngsten Werk, wie viel Macht Ratingagenturen auf sich vereinigen. Alles fing ganz harmlos an: Gegründet wurden die Agenturen Anfang des 20. Jahrhunderts, um die Sicherheit von Eisenbahnanleihen beurteilen zu können.

Waren zu Beginn die Anleger und Aktieninteressenten für die Kosten der Ratings aufgekommen, wurden bald die Verkäufer der Wertpapiere zur Kasse gebeten. Eine Praxis, die kaum ein objektives Urteil zulässt: "Das wäre etwa so, wie wenn bei einem (...) Fußballspiel die eine Seite den Schiedsrichter


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